Privatwirtschaft vs. Staat – 1:0

by Martin on November 5, 2008

Dass der Staat – oder eher seine Köpfe – alles tun würde um ein paar Punkte in der Gunst alles-glaubender Bild-Leser zu steigen wissen wir. Dass dabei wenig Rücksicht auf eine Staatsverschuldung genommen wird, die in ihren Auswirkungen um ein vielfaches schlimmer enden könnte als irgendeine Wirtschaftskrise, ist auch seit Jahrzehnten bekannt. Trotzdem möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass die Privatwirtschaft wenigstens weiß, wie sie diese Unfähigkeit möglichst geschickt ausnutzen kann. Oder kann mir bitte einer erklären wo hier die Logik steckt:

2007 hat die Commerzbank einen Gewinn von 1,8 Milliarden Euro ausgewiesen, was vermutlich niemanden weiter überrascht hat. In den ersten 9 Monaten dieses Jahres ist der Gewinn des Unternehmens wegen der Finanzkrise auf 0,9 Milliarden "eingebrochen". Wohl gemerkt: Einen Gewinn macht man allem Anschein nach immer noch. Es wird auch von "weiteren Belastungen im Bereich einer Milliarde" gesprochen, aber das könnte alles sein, zum Beispiel Buchverluste auf Grund der momentan etwas eingesackten Aktienkurse. Soweit, sogut. Wenn das Unternehmen nicht auf den Kopf gefallen ist, wird es das irgendwie wegstecken. Trotzdem spielt die Bank ein am Boden liegendes Häufchen Elend und erweckt somit ausreichend Mitleid um Papa-Staat mal eben 8,2 Milliarden Euro (?!) aus den Rippen zu leiern…zzgl. einer 15 Milliarden schweren Garantie für Schuldverschreibungen.

Vielleicht fehlt mir als Laie das Verständnis für die entsprechenden Zusammenhänge. Aber irgendwie riecht das für mich als würden sich in einem Edelbüro im Commerzbank-Tower gerade ein paar Herren ins Fäustchen lachen…

Leave your comment

Required.

Required. Not published.

If you have one.