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	<title>Lunikon &#187; Das große Ganze</title>
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		<title>Vollprogramm oder nicht Programm?</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 21:21:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Piratenpartei schwelt seit langem eine Diskussion, die schwer an die Grünen erinnert: Auf der einen Seite die &#8220;Kernis&#8221;, die eine Erweiterung des Kernprogramms wehement ablehnen, auf der anderen die &#8220;Vollis&#8221;, die ebenso störrisch für ein Vollprogramm im klassischen Sinne werben. Natürlich ist die Welt nicht derart Monochrom und daher will ich mich nicht selbst in eine dieser Schubladen stecken. Aber ich muss definitiv sagen, dass ich stark in Richtung &#8220;Kerni&#8221; tendiere. Eigentlich wollte ich schon seit Wochen zu diesem Thema ein paar Zeilen verlieren, aber nach diversen interessanten Gesprächen an Piraten-Infoständen in Hessen und nach dem in Folge des Landesparteitages der Piraten in Baden-Württemberg entbrannten Diskussion zwischen <a href="http://www.sekor.de/?p=120">Sekor</a> und <a href="http://www.tirsales.de/blog/tirsales/2010/06/14/notizen-gegen-die-protestpartei">Tirsales</a> konnte ich nicht länger warten.</p>
<p>Ich muss kurz ausholen: Wie viele andere bin ich aus dem einfachen Grund Pirat geworden, dass ich mit der bestehenden Parteienlandschaft und der daraus resultierenden Politik nicht einmal mehr genug anfangen konnte, um mein politisches Leben guten Gewissens auf mein aktives Wahlrecht zu beschränken. Trauerspiele, wie sie nach den Wahlen in Hessen oder NRW zu beobachten waren oder immernoch sind, sowie der Kindergarten der sich auf Bundesebene zwischen CDU/CSU und FDP seit der Bundestagswahl praktisch durchgehend abspielt, bestärken mich jeden Tag aufs neue, dass nicht die Programme oder Inhalte das Problem darstellen, sondern die Schwächen unseres politischen Systems an sich. Der Parlamentarismus, wie er im Grundgesetzt festgeschrieben ist, mag zu Zeiten von zwei dominanten Volksparteien zufriedenstellend funktioniert haben. Aber in Anbetracht der heutigen Parteien- und Themenvielfalt ist er allem Anschein nach nicht mehr das adäquate Mittel, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen.</p>
<p>Entsprechend sehe ich die Lösung vieler der aktuellen Probleme in einer Anpassung des politischen Systems, weg von einer Parteiendemokratie hin zu mehr Basisdemokratie. Die Korrekturen müssen praktisch auf einer &#8220;Meta-Ebene&#8221; stattfinden. Dies kann selbstverständlich nicht von heute auf morgen passieren. Die etablierte politische Elite wehrt sich mit allen Mitteln gegen die Einführung derartige Instrumente (siehe Hamburg) und Gegenbewegungen wie der Piratenpartei fehlt es auf ganzer Linie an politischem Gewicht, um dieses Ziel kurzfristig zu erreichen. Aber man möge sich daran erinnern, wie die schwedischen Piraten einst angefangen haben: Als Zünglein an der Waage!</p>
<p>Was ich damit sagen will: Um eine Änderung herbeizuführen muss die Piratenpartei den Fokus auf die Basisdemokratie behalten! Und das nicht nur intern, wo man auf die Ergebnisse der Einführung von <a href="http://liquidfeedback.org/">Liquid Feedback</a> gespannt sein darf, sondern vor allem nach außen! An jedem unserer Infostände kommt unweigerlich in jedem Gespräch nach wenigen gewechselten Worten die unvermeidbare Frage: &#8220;Wie stehen denn die Piraten zu Thema X?&#8221;. Ich antworte dann in aller Regel: &#8220;Wir haben dazu keinen offiziellen Standpunkt.&#8221;. Nach anfänglicher Skepsis seitens des Fragenden kann ich dessen Einstellung dann häufig in wenigen Sätzen zu unseren Gunsten ändern: &#8220;Wir Piraten maßen uns nicht an, zu jedem Thema eine Meinung zu haben. Wir akzeptieren, dass viele Themen eine reine Frage der persönlichen Meinung sind, dass vieles nicht zum Zeitpunkt der Wahl bekannt ist und dass sich Meinungen im Laufe der Zeit ändern können. Wenn wir Piraten in den Parlamenten sitzen, dann entscheiden wir einzelfallbasiert und tragen die Meinung der Bevölkerung in die Parlamente&#8221;.</p>
<p>So oder so ähnlich lautet mein Text&#8230;und man spürt förmlich, wie es &#8220;Klick macht&#8221;. Die Menschen verstehen, dass dies wirklich eine Alternative darstellen könnte und sie verstehen im Zuge dessen auch, dass wir eben kein Vollprogramm haben, keines haben <strong>dürfen</strong>. Denn wie kann man glaubwürdig dafür einstehen, die Entscheidung dem Volk überlassen zu wollen, aber gleichzeitig zu jedem Thema einen Standpunkt präsentieren? An welcher Stelle würden diese Standpunkte denn von Bedeutung sein, wenn wir sowieso basisdemokratisch bei jedem Fall einzeln entscheiden wollen? In Koalitionsverhandlungen, die zu den selben festgefahrenen Situationen führen, wie wir sie in NRW und in der Bundesregierung haben? Wenn doch wieder eine kleine Gruppe von &#8220;Piraten&#8221; verhandelt, was nun wichtig ist und was nicht? Werden die Piraten damit nicht genauso unwählbar, wie die etablierten Parteien es sind, weil man für wenige Punkte, die einem wichtig sind, eine ganze Liste von anderen über Bord werfen muss?</p>
<p>Für mich riecht der ständige Ruf nach dem &#8220;unverzichtbaren Vollprogramm&#8221; nach der blinden Jagd nach Wählerstimmen. Im Sprint auf das vermeintliche Ziel verliert man das tatsächliche aus den Augen und findet sich, eh man sich versieht, in genau jener Situation wieder, welche man eigentlich vermeiden wollte.</p>
<p>Meines Erachtens stellen die aktuellen Kernthemen der Piratenpartei eine perfekte, runde Einheit dar: Auf dem Weg zu mehr <strong>Basisdemokratie </strong>müssen wir sicherstellen, dass gute <strong>Bildung</strong> für jeden und <strong>freier Zugang zu Informationen</strong> gewährleistet werden, dass die <strong>Bürgerrechte</strong> geschützt und  politische Prozesse mit einem Höchstmaß an <strong>Transparenz</strong> durchgeführt werden. Haben wir diese Ziele erreicht und können wir sie erhalten, dann ergibt sich der Rest von selbst. Dann nämlich entscheiden die Bürger selbst und brauchen keinen Klüngel mehr, der ihnen diese Verantwortung allzu gerne abnimmt. Lobbyisten müssen dann eine ganze Bevölkerung überzeugen und nicht eine winzige Gruppe von käuflichen Politikern.</p>
<p>Und um zum Programm zurückzukommen: In dieser politischen Landschaft kann sich jeder, der ein Anliegen hat, politisch einbringen. Seien es die altbekannten politischen Parteien &#8211; wer sagt dass Grüne, Linke und Co nicht auchmal gute Ideen haben? &#8211; oder Einzelpersonen und Interessengruppen, welche Initiativen anstoßen können. Es braucht keine Piraten, um zu jedem Themenkomplex Lösungen zu bieten. Es braucht Piraten, um diejenigen zur Lösungsfindung zu befähigen, die etwas davon verstehen!</p>
<p>In diesem Sinne: Klarmachen zum Ändern! und ein Hoch auf die Meta-Partei!</p>
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		<title>Bloß keine Verantwortung!</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 13:07:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Kurze Arbeitsunterbrechung um mich über einen <a href="http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E55FF750908A5437BA5159C1795C03507~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell">Artikel der FAZ</a> aufzuregen. Dort wird in Bezug auf das Minarett-Verbot in der Schweiz mit folgender Argumentation gegen Direkte Demokratie geschossen:</p>
<blockquote><p>Vielleicht bringt das die Anhänger von Volksabstimmungen in unserem Land zum Nachdenken, die sich so gerne auf Mehrheitsmeinungen berufen, wenn es ihnen in den Kram passt, aber betreten schweigen, wenn ihnen die „vox populi“ gegen den Strich geht. Wer empfiehlt, dem Volk aufs Maul zu schauen, der kann sich nicht ohne weiteres die Themen herauspicken. Man kann Volkes Meinung dann auch nicht in aufgeklärt und hinterwäldlerisch einteilen oder nach richtig und falsch sortieren. Die Schweizer müssen jetzt mit einem Ergebnis leben, das für ihr Land politischen und womöglich auch wirtschaftlichen Schaden stiftet. Darin muss ihnen Deutschland nicht nacheifern.</p></blockquote>
<p>Ich versuche das kurz zu übersetzen:</p>
<blockquote><p>Die Schweizer haben in einer Sache das Volk befragt und haben jetzt das große Pech, dass ihre mündigen Bürger für das gradestehen müssen, was sie selbst entschieden haben. Gott bewahre sowas bei uns einzuführen! Wäre ja noch schöner, wenn wir nicht Politiker sinn- und belanglos  vor sich hinarbeiten lassen könnten und uns selbst nicht weiter darum kümmern müssten, was dabei raus kommt!</p></blockquote>
<p>Interessante Auffasung, was die Aufgaben von Staat und Regierung sowie die Mündigkeit des Wahlvolks betrifft&#8230;</p>
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		<title>Na toll, Schweiz!</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 20:25:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schweizer haben überraschend <a href="http://meta.tagesschau.de/id/30427/schweizer-stimmen-offenbar-fuer-minarett-verbot">für ein Verbot von Minaretten gestimmt</a>.Während diese Entscheidung in krassem Widerspruch zu den grundlegenden Freiheitsrechten der zivilisierten Welt, aber auch zur eigenen Verfassung der Schweiz steht, macht mich das Abstimmungsergebnis persönlich aus einem ganz anderen Grund sehr traurig: Ich bin überzeugter Verfechter direkter Demokratieformen. Jeder der mich näher kennt hat das vermutlich schon erlebt.</p>
<p>Auf Grund des Ergebnisses aus der Schweiz werde ich es in zukünftigen Diskussionen zum Thema wieder einen Tick schwerer haben, meinen Standpunkt zu verkaufen. Man wird mir entgegen halten, dass es radikale Strömungen in der direkten Demokratie einfacher haben sich durchzusetzen. Und man wird das gestrige Ergebnis als &#8220;Beweis&#8221; dafür anführen. Genau wie man die vergangenen 60 Jahre der Bundesrepublik als Beweis sehen wird, dass eine parlamentarische Demokratie der schweizerischen überlegen sei. Ansatzweise objektiv betrachtet eignen sich beide Sachverhalte nicht als solcher!</p>
<p>Die direkte Demokratie in ihrer heutigen Form existiert in der Schweiz im Grunde seit Mitte des 19. Jahrhunderts. In diesem Zeitraum waren alle anderen europäischen Nationen an einer vielzahl Kriegen beteiligt, untere anderem den beiden Weltkriegen, während die Schweiz neutral und stabil blieb. Bis heute weist die Schweiz einen überdurchnittlichen Wohlstand auf, Probleme wie beispielsweise die des deutschen Bildungssystems oder der Staatsverschuldung sind weit weniger ausgeprägt als hierzulande. Und selbstverständlich wurde und wird auch die Religionsausübung in keinster Weise eingeschränkt, ist die &#8220;Glaubens- und Gewissensfreiheit&#8221; doch durch <a href="http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a15.html">Artikel 15 der Bundesverfassung</a> garantiert. Genau aus diesem Grund erwarte ich auch nicht, dass die gestrige Entscheidung tatsächlich anwendbar ist. Denn wenn ich das System richtig verstehe, so könnte ein Bauherr, welcher ein Minarett errichten wollte, mit Veweis auf Art. 15 auf sein Recht dazu bestehen. Da das Verbot im Konflikt mit diesem Artikel steht, müsste das Volk in einer weiteren Entscheidung die Streichung des selbigen bewirken, um ein Verbot von Minaretten tatsächlich durchzusetzen. Ein Vorgang, der mir höchst unwahrscheinlich erscheint. Wenn dies ein Schweizer liest, so bitte ich darum, auf eventuelle Fehler in dieser Darstellung hinzuweisen.</p>
<p>Und warum taugen die Erfahrungen aus 60 Jahren Bundesrepublik nicht als Beweis für oder wider irgendein demokatischen Systems? Weil wir Glück hatten! Es hat sich in diesem Zeitraum einfach keine Situation ergeben, in der &#8220;radikale Strömungen&#8221; einen ausreichenden Nährboden gefunden hätten. Aber auf Grund der Anzahl an haarscharf an der Verfassungswidrigkeit vorbei schrammenden Gesetzen der letzten Jahre sollte eigentlich klar sein, dass sich dies schnell ändern könnte. Landet wieder einmal ein Gesetz dieser Art vor dem Bundesverfassungsgericht liegt es in den Händen einer winzigen Personengruppe zu entscheiden, ob es nun als  &#8220;richtig&#8221; oder &#8220;falsch&#8221; zu betrachten ist. Warum bei einer solchen Gruppe das Risiko einer Fehlentscheidung geringer sein soll, als bei einer Volksabstimmung, will mir nicht einleuchten.</p>
<p>Was den konkreten Fall in der Schweiz betrifft, so hoffe ich jedenfalls, dass diese ehrlich ausgesprochene und anscheinend in der Mehrheit der Bevölkerung (nur in der Schweiz?) vorherrschende Meinung, auch wenn ich mit ihr definitiv nicht übereinstimme, etwas bewirkt. Und zwar, dass die Gruppe derer, die mit Nein gestimmt haben, nun erstrecht einen Anlass sehen, in diesem Bereich noch mehr für Aufklärung zu sorgen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Etwas was in Deutschland nicht selten daran scheitert, dass ein Tabu-Thema erst garnicht angesprochen werden darf&#8230;aus Angst, die landläufige Meinung könnte nicht &#8220;politisch korrekt&#8221; sein. Irgendwie verrückt.</p>
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		<title>Wieder daneben gegriffen</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 10:08:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Freitags steht vor dem Supermarkt meines Vertrauens immer der Fischwagen. Da ich nun seit einigen Tagen wieder willens und in der Lage bin, mein Mittagessen selbst zuzubereiten, habe ich mir heute morgen spontan ein Fischfilet für die Pfanne mitgenommen. Ich habe mich dabei auf die Beratung der Fachverkäuferin verlassen und mich vor allem nach den kulinarischen Qualitätskriterien entschieden, also Grätenfreiheit und Geschmack.</p>
<p>Wenn ich Fisch gekauft habe, werfe ich nach meiner Ankunft zuhause meistens einen Blick auf die Infotafel von Greenpeace, welche mir sagt, wie sehr ich dem Planeten mit meinem soeben getätigten Einkauf wieder wehgetan habe. Und diesmal war es mal wieder ein 100%iger Griff <strike>ins Klo</strike> in die Nordsee: In meiner Pfanne landet heute ein Filet des Rotbarsch, also einer massiv überfischten, schlecht erforschten Art, die auf der Infotafel im tiefroten &quot;katastrophal&quot;-Bereich aufgeführt ist.</p>
<p>Merke an mich selbst: Liste auswendig lernen. Beim nächsten Mal nachfragen *ärger*.</p>
<p>PS: Die eben erwähnte, sehr nützliche Schautafel gibt es mittlerweile wohl nicht nur als Wandbild, sondern auch als kompakten Ratgeber für unterwegs: [<a href="http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/meere/Mini_Fischratgeber.pdf">klick</a>]. Also doch nicht auswendig lernen <img src='http://www.lunikon.net/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Privatwirtschaft vs. Staat &#8211; 1:0</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 21:41:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass der Staat &#8211; oder eher seine Köpfe &#8211; alles tun würde um ein paar Punkte in der Gunst alles-glaubender Bild-Leser zu steigen wissen wir. Dass dabei wenig Rücksicht auf eine Staatsverschuldung genommen wird, die in ihren Auswirkungen um ein vielfaches schlimmer enden könnte als irgendeine Wirtschaftskrise, ist auch seit Jahrzehnten bekannt. Trotzdem möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass die Privatwirtschaft wenigstens weiß, wie sie diese Unfähigkeit möglichst geschickt ausnutzen kann. Oder kann mir bitte einer erklären wo hier die Logik steckt:</p>
<p>2007 hat die Commerzbank einen Gewinn von 1,8 Milliarden Euro ausgewiesen, was vermutlich niemanden weiter überrascht hat. In den ersten 9 Monaten dieses Jahres ist der <a href="http://www.sharewise.com/news_articles/1878-CommerzbankAG-Quartalszahlen-Rettungspaket">Gewinn des Unternehmens</a> wegen der Finanzkrise auf 0,9 Milliarden &quot;eingebrochen&quot;. Wohl gemerkt: Einen Gewinn macht man allem Anschein nach immer noch. Es wird auch von &quot;weiteren Belastungen im Bereich einer Milliarde&quot; gesprochen, aber das könnte alles sein, zum Beispiel Buchverluste auf Grund der momentan etwas eingesackten Aktienkurse. Soweit, sogut. Wenn das Unternehmen nicht auf den Kopf gefallen ist, wird es das irgendwie wegstecken. Trotzdem spielt die Bank ein am Boden liegendes Häufchen Elend und erweckt somit ausreichend Mitleid um Papa-Staat mal eben 8,2 Milliarden Euro (?!) aus den Rippen zu leiern&#8230;zzgl. einer 15 Milliarden schweren Garantie für Schuldverschreibungen.</p>
<p>Vielleicht fehlt mir als Laie das Verständnis für die entsprechenden Zusammenhänge. Aber irgendwie riecht das für mich als würden sich in einem Edelbüro im Commerzbank-Tower gerade ein paar Herren ins Fäustchen lachen&#8230;</p>
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		<title>Geld als Schuld</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2008 14:18:17 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen von Finanzkrise und drohendem Weltuntergang wurde ich von meinem Lieblingsproduktivitätshemmer auf einen Film aufmerksam gemacht, der ähnlich der Serie &quot;<a href="http://www.youtube.com/user/maxvonbock">Wie funktioniert Geld?</a>&quot; die Entstehung und die Funktionsweise des modernen Geld- und Bankensystems erklärt: <a href="http://www.radio-utopie.de/2008/10/23/Geld-als-Schuld-Ein-Film-ueber-die-Entstehung-der-Welt">Geld als Schuld</a>. Darüber hinaus versucht er zu vermitteln, dass die Loslösung des Geldes von tatsächlichen Werten und die auf exponentiellem Wachstum basierende Weltwirtschaft für die übermäßige Ausbeutung des Planeten, soziale Ungerechtigkeit und mittel- bis langsfristig für einen Kollaps des gesamten Systems verantwortlich sein würde.</p>
<p>Als Lösungsansatz wird, wenn ich das richtig verstehe, eine Variante des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Umlaufgesichertes_Geld">Freigeldes</a> vorgeschlagen: Die Geldmenge soll möglichst konstant bleiben und an tatsächlich Werte gekoppelt sein (im Film werden Infrastrukturobjekte als Deckung vorgeschlagen). Zinsen soll es nicht geben und Banken würden lediglich als nicht profitorientierte Organisationen bei der Verwaltung des Geldes helfen, indem sie das Geld von Personen mit Geldüberschuss an solche mit Kreditbedarf ausleihen. Für diese Dienstleistung sollte lediglich eine Gebühr verlangt werden, welche die Betriebskosten dieser Organisation deckt. Der Hintergedanke ist simpel: Geld wurde ursprünglich eingeführt, um den Handel mit Waren und Dienstleistungen zu vereinfachen; also als ein reines Tauschmittel. Da es aber auch das &quot;Lagern&quot; von Werten ermöglicht war es in den meisten Kulturkreisen verpönt oder verboten Geld gegen einen Zins zu verleihen, da man somit lediglich durch Besitz von Geld mehr Geld verdienen konnte, ohne tatsächlich dafür zu arbeiten. Wie wir alle Wissen sind diese Verbote schon seit langem Geschichte, eine Anhäufung von Geld bei wenigen Personen und/oder Institutionen ist die Folge und auf die eine oder andere Weise hängen alle Personen, Unternehmen und sogar Staaten von dieser vergleichsweise kleinen Gruppe ab. Die Tatsache, dass das meiste Geld nurnoch durch Schulden gedeckt ist, verschärft die Situation wie im Film dargestellt natürlich noch weiter.</p>
<p>So weit, so nachvollziehbar.  Aber selbstverständlich hat dieser Entwurf mindestens einen grundlegenden Makel: Wenn Geld seinen Wert praktisch nicht mehr verliert [vorausgesetzt die Steuerung der Geldmenge funktioniert überhaupt so zuverlässig] und ich für angespartes Kapital keine Zinsen bekomme&#8230;warum sollte ich es dann an andere verleihen? Ich hätte damit nur das Risiko, es nicht wieder zu bekommen, aber sonst keinerlei Vorteil. Ich könnte es ebenso gut unter die Matratze legen oder es einfach direkt wieder ausgeben. Insbesondere letzteres ist ein Hauptargument für Freigeld, da damit das Geld stets im Umlauf bleibt und Arbeit nachgefragt wird [Zumindest auf einer regionalen Ebene für Handwerker, Einzelhändler etc., darüber hinaus übernehmen Banken ja genau diese Funktion, Geld dorthin zu leiten, wo es gebraucht wird]. Allerdings wird es schwierig bis unmöglich, große Investitionsprojekte durchzuführen, da das &quot;sparen&quot; viel zu lange dauern würde, Kredite aber von anderen nicht zu erwarten sind. </p>
<p>Ist der Film also nichts weiter als ein Traum von verstecktem Kommunismus? Ich bin wahrlich kein Ökonom und die komplexen Zusammenhänge der Finanzwirtschaft zu verstehen ist (wie die Finanzkrise zeigt) wohl auch für die &quot;Profis&quot; nicht ganz einfach. Aber ich denke, dass der Film zumindest in dem Punkt recht hat, dass eine exponentiell wachsense Geldmenge unweigerlich in eine Sackgasse führt, wenn wir nicht zeitnah mit der Kolonisation des restlichen Universums anfangen. Sogesehen wäre es vermutlich durchaus sinnvoll, die Geldmenge wieder an eine naturgegebene Größe zu koppeln. Mein erster Gedanke war, es doch einfach an die Anzahl Einwohner des Wirtschaftsraumes zu binden, in dem die entsprechende Währung eingesetzt wird. In gewissen Abständen müsste der &quot;Pro-Kopf-Betrag&quot; an weitere Faktoren angepasst werden, wie zum Beispiel einem tatsächlich Wachstum der Realwirtschaft oder einer vermehrten Nutzung des Geldes in anderen Wirtschaftsräumen. Ein Zinssystem wäre in jedem Fall weiter notwendig um einen effizienten Einsatz des Geldes zu ermöglichen. Ob das Ganze dann aber tatsächlich besser wäre&#8230;keine Ahnung. Aber optimal ist der status quo mit ziemlicher Sicherheit nicht.</p>
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		<title>Mehdorn, die Bahn und die Börse</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Apr 2008 21:23:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das große Ganze]]></category>
		<category><![CDATA[Transport und Logistik]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, der Eintrag, der diesen Blog aus dem Dornröschenschlaf erwecken soll, wird kein Meinungsbild meinerseits zu Mehdorn und seinem Staatskonzern. Viel eher wird es etwas, was es bisher in diesem Blog (glaube ich) noch nicht gab: Eine Buchrezession.</p>
<p>Der Titel des Buches lautet, wie man unschwer erahnen kann &quot;<a href="http://www.amazon.de/Mehdorn-die-Bahn-B%C3%B6rse/dp/3636015729/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#038;s=books&#038;qid=1208807648&#038;sr=8-1" title="Titel be Amazon">Mehdorn, die Bahn und die Börse</a>&quot;. Im Grunde ist es eine Mischung aus Mehdorn-Porträt, Zeitlinie seit der Bahnreform und Einblicken in die Machenschaften hinter den Kulissen von Konzern und Politik. Obwohl mich der etwas reißerische Untertitel (&quot;Wie der Bürger auf der Strecke bleibt&quot;) zunächst etwas abgeschreckt hat, griff ich am Samstag doch ins Regal und erwarb das gute Stück als Lektüre für eine längere Heimfahrt mit der Bahn am Folgetag &#8211; wie passend.</p>
<p>Das Werk erwies sich als etwas einseitig, aber letztendlich stellt es seine Fakten, welche auf einer bunten Mischung aus Briefen zwischen Beteiligten, Pressemeldungen, Gutachten und Gesprächen basieren, recht objektiv dar. Wider Erwarten war der Autor nicht etwa kontra Bahnprivatisierung. Im Gegenteil: Er schlüsselte glaubwürdig die Vorteile der Privatisierung auf, welche schon heute durch Privatbahnen sichtbar wären, und konzentriert sich eher darauf zu vermitteln, warum das Netz beim Staat bleiben müsse und wie Mehdorn mit allen Mitteln der Kunst versucht, eben dies zu verhindern. Letzteres gewährt finstere Einblicke in das tägliche Geschäft unserer Volksvertreter. Besonders erschreckend ist dabei, mit welch nichtigen Gründen und wie fahrlässig das etwa auf 200 Milliarden Euro Wert geschätze Netz der Bahn AG an Investoren verkauft bzw. verschenkt werden soll. In meinen Augen besonders verstörend wird dieser Sachverhalt anhand eines vom Autoren ins Feld geführten Vergleichs: Der Bund verkaufte die Lizenzen zur Nutzung der UMTS-Frequenzen, also de facto nichts weiter als ein Stück Papier, welches dem Besitzer ein Nutzungsrecht eines immateriellen Gutes zusagt, für etwa 50 Milliarden Euro an die Mobilfunkkonzerne. Gleichzeitig wird der einmalige Erlös eines Börsenganges der Bahn inklusive Netz auf 8 bis 15 Milliarden Euro geschätzt&#8230;inklusive diverser Fallstricke für den Bund und weiteren Verpflichtungen über Jahre hinaus. </p>
<p>Warum Pläne in diese Richtung, trotz der offensichtlichen Risiken und Missverhältnisse, trotzdem weiter verfolgt werden, stellt das Buch meines Erachtens seriös dar und ist daher für den interessierten Leser durchaus zu empfehlen. Es werden die Blickwinkel und Einflüsse aller beteiligten Akteure, von der Bahn selbst über die Gewerkschaften bis hin zu den Automobilverbänden dargestellt und auch der biografische Aspekt rund um die Figur des Hartmut Mehdorn ist nicht zu verachten. Es ist keine reine Hetze gegen den Kapitalismus aber gleichzeitig sehr kritisch gegenüber dem von der Politik falsch umgesetzten. Es liefert anhand aktueller Beispiele aus dem öffentlichen Personennahverkehr einige Ansätze zur besseren Gestaltung der Bahnprivatisierung, rutscht aber dabei auf den letzten Seiten etwas in kitschige Träumerei ab. Letzteres lässt sich aber verschmerzen, insgesamt waren die etwa 230 Seiten eine aufschlussreiche Lektüre für 7 Stunden Bahnfahrt.</p>
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		<title>Wenn die Lösung nur ein neues Problem ist</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Jan 2008 12:33:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das große Ganze]]></category>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich sollte und wollte ich schon längst die eine oder andere Zeile Code geschrieben haben, aber bei meiner regelmäßigen Blogtour wurde ich auf einen provokanten (zumindest für mich) Eintrag meines Lieblingsadmins aufmerksam. Und in diesem Fall brennt es mir derart unter den Fingern, inbesondere im Hinblick auf die aktuelle Diskussion in Medien und privatem Umfeld, dass ich es nicht lassen kann, darauf zu antworten. </p>
<p><a href="http://mutantenstadl.de/archives/350-Asche-zu-Asche.html">Er schreibt darüber</a>, wie er, der Bürger, für die Managementfehler der WestLB finanziell aufkommen darf und &#8216;2000 Bänker&#8217; dafür mit ihrem Job bezahlen. Irgendwie schafft er es, in diesem Zusammenhang die Brücke zum in der Entwicklung befindlichen Überwachungsstaat zu schlagen und fordert gleichzeitig ein Handeln gegen&#8230;naja&#8230;nennen wir es mal die &quot;Unsoziale Willkür des Kapitals&quot;. So verstehe ich es wenigstens. Er will einerseits Freiheit, die Möglichkeit vom Staat und allen anderen unbeschattet durch die Welt gehen und tun und lassen zu können was ihm passt. Andererseits fordert er ein &#8211; nicht weiter definiertes &#8211; Eingreifen des Staates in die Machenschaften privater Personen bzw. Institutionen. Das riecht für mich irgendwie nach einem Widerspruch.</p>
<p>Ich bin mit ihm weitestgehend auf einer Linie wenn es darum geht, dass der Staat sich im alltäglichen Leben möglichst im Hintergrund halten sollte und dass persönliche Daten, wenn es denn notwendig ist, mit größter Sorgsamkeit behandelt werden müssen. Ich meine auch, dass ich jederzeit in der Lage sein sollte frei zu entscheiden, ob und wie ich ein Gewerbe betreiben will. Ich will in der Lage sein, nach eigenen Abschätzungen die Entscheidung zu treffen, mit 2, 10, 100 oder 1000 Menschen einen Arbeitsvertrag zu schließen. Dass die Vergütung dieser Personen zum Leben reichen sollte ist selbstverständlich und auch Sozialleistungen jedwelcher Art gehören m.E. in irgendeiner Weise in diese Vertragswerke. Aber nur weil ich 10.000 Angestellte habe oder in der Position sitze, über diese zu bestimmen, befreit mich das nicht von einer grundsätzlichen menschlichen Eigenschaft: Ich kann mich irren und ich kann Fehler machen. </p>
<p>Dass bei der WestLB und vielen anderen Banken in den letzten Monaten eine ganze Menge schief gelaufen ist, ist sicherlich bedauerlich. Dass es in diesem Maßstab passieren konnte lässt auf massive Fehler in der Organisation der Unternehmen und vermutlich einem gehörigen Maß an Inkompetenz auf der Führungsetage schließen. Wie aber eine Änderung des politischen Systems derartige Fehlkalkulationen verhindern soll ist mir ein Rätsel. Klar, hätte man die Bank nie gegründet, könnte man jetzt auch niemanden entlassen, ist aber offensichtlich unrealistisch. Sollte es einfach nur staatliche Banken geben? Kann auch nicht die ideale Lösung sein, denn ein derartiges Unternehmen geht zwar nicht [ganz so schnell] Pleite wie ein privates, aber wie der eine oder andere gescheiterte Sozialismus dieser Welt gezeigt hat, versteht sich der Staat nicht unbedingt auf gutes wirtschaften. Irgendein Mittelweg muss also das angestrebte Ideal sein, welches Marc sich wünscht. Meine Frage ist nur: Wie soll der Staat soetwas verhindern, ohne das Grundrecht auf freies Handeln, eigenen Willen und Selbstbestimmung zu beschneiden? Ist das System nicht eigentlich schon dadurch sozial, dass Marc über einige Ecken das Überleben der Bank (und damit die Jobs aller &quot;übrig gebliebenen&quot;) finanziert und dass die 2000 &quot;Opfer&quot; nicht knallhart fallen sondern in gewissem Maße vom sozialen Netz aufgefangen werden? Wird die Bank nicht zweifelsohne wieder Personal einstellen, wenn die Folgen des Fehlers behoben worden sind? Fragen über Fragen&#8230;ich freue mich auf Stellungnahmen <img src='http://www.lunikon.net/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p />
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		<title>China wird zu teuer</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Nov 2007 03:25:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich mit Freunden und Bekannten über das Wirtschaftswachstum von China rede, tritt ihnen üblicherweise der Angstschweiß auf die Stirn, verbunden mit Aussagen über allerei Unheil welches uns in diesem Zusammenhang in den kommenden Jahren überrollen wird. Meine Antwort ist dann immer:</p>
<p><i>&quot;Wenn man vor 10 Jahren auf einem Produkt, welches heute in China hergestellt wird, nach dem Ursprungsland gesucht hat, dann Stand da meistens &#8216;Made in Taiwan&#8217;. Taiwan ist inzwischen ebenfalls zu teuer, Unternehmen ziehen nach China.&quot;</i></p>
<p>Im Anschluss prophezeie ich dann immer, dass es in China über Kurz oder Lang genauso laufen wird, weil Wirtschaftswachstum auch dort mit Kostensteigerungen verbunden ist. Und siehe da, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/98420/from/rss09">heute lese ich darüber</a>, wie ein großer Notebook-Hersteller sein Lager abreißt und nach Vietnam umsiedelt&#8230;so wie es diverse Unternehmen ebenfalls bereits tun oder zumindest planen. Ich nehme ab sofort Wetten an, wo es nach Vietnams Boom hingeht.<i></i></p>
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		<title>Von Notebooks, Apple und Monopolen</title>
		<link>http://www.lunikon.net/2007/10/29/von-notebooks-apple-und-monopolen/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Oct 2007 16:01:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Dozentin hier in Hong Kong meinte letztlich zu uns: In einer<br />
freien Marktwirtschaft sollte der Staat Monopole verhindern und<br />
natürliche Monopole kontrollieren. Klingt einleuchtend. Und daher wird<br />
das in Europa und anderen marktwirtschaftlich orienierten Regionen der<br />
Erde auch meistens so gehandhabt, vor allem wenn es um böse<br />
Stromkonzerne geht. Bei staatlichen Ölriesen oder Bahngesellschaften<br />
nimmt man es aber schon nicht mehr so genau und bei Betriebssystemen<br />
scheint man es gänzlich vergessen zu haben. Die Rede ist natürlich von<br />
Windows, welches mehr oder weniger ungeschoren einen Marktanteil von<br />
90% auf Desktopsystemen hat. Mal von ideologischen Motiven abgesehen<br />
war mir das bisher reichlich egal. Ich bin ehrlich gesagt mit meinem<br />
Windows XP sehr zufrieden und wenn mir an einem trüben Nachmittag<br />
nichts besseres einfällt, greife ich aus reinem Spieltrieb auch mal zu<br />
Linux. Also wieso rege ich mich eigentlich auf?</p>
<p>Das Problem ist<br />
etwas komplexer: Aufmerksame Leser dieses Blogs werden mitbekommen<br />
haben, dass sich meine Begeisterung für mein Notebook in Grenzen hält.<br />
Dies liegt insbesondere daran, dass ich mich vor der Entscheidung für<br />
das Modell nicht tiefergehend darüber informiert habe, was es am Markt<br />
überhaupt gibt und was ich eigentlich brauche. Kurz, ich hatte von<br />
Notebooks noch weniger Ahnung als von Desktops &#8211; nämlich keine. Jetzt<br />
sitze ich schwitzend vor meiner Kochplatte mit eingebautem Rechner. Und<br />
während der Lüfter konstant und nervig laut versucht, die überschüssige<br />
Wärme abzutransportieren, mache ich mir Gedanken, wie ich bei meinem<br />
nächsten Rechnerkauf entscheiden würde.</p>
<p>Denn eigentlich sieht die<br />
Sache so aus, dass ich keinen Grafikboliden brauche. 95% meiner Zeit am<br />
Rechner verbringe ich arbeitend, also hauptsächlich programmierend. Ein<br />
schneller Prozessor und etwas mehr RAM als üblich sind da hilfreich,<br />
einen leistungsfähigen Grafikchip braucht es aber eigentlich nicht, vor<br />
allem wenn man an die dadurch massiv reduzierte Akkulaufzeit denkt.<br />
Auch würde es ein kleineres Notebook tun, denn das aktuelle, über 3<br />
Kilogramm schwere Gerät ist alles, nur nicht mobil. Will man stationär<br />
arbeiten, kann man sich immernoch einen externen Bildschirm<br />
anschließen. Alles schön und gut, aber dummerweise verbringe ich 5%<br />
meiner Zeit eben nicht mit Arbeiten, sondern mit Spielen.</p>
<p>Will<br />
man spielen, braucht man Grafik&#8230;und Windows. Ich hatte mir schon<br />
länger vorgenommen, dass ich bei meinem nächsten Rechnerwechsel einmal<br />
grundsätzlich darüber nachdenken will, ob es nicht auch ein anderes<br />
Betriebssystem als Windows sein kann, insbesondere wenn ich mir die<br />
Preisliste von Vista anschaue. Erster Gedanke ist dabei natürlich<br />
Linux. Grundsätzlich bietet es alles, was man von einem Betriebssystem<br />
verlangt und obendrauf ist das System selbst und praktisch alle<br />
Software umsonst. Ich habe bereits einmal ein 3/4 Jahr fast<br />
aussschließlich auf Linux gearbeitet, wirklich warm wurde ich damit<br />
aber nie. Zu hoch sind die Hürden wenn es um Kompatibilität mit<br />
Hardware und anderen Systemen geht, die Oberfläche ist nicht<br />
durchgängig, weil sich keiner an irgendwelche Standards hält, vieles<br />
Scheitert an Kleinigkeiten. Für den normalsterblichen Anwender &#8211; wie<br />
mich &#8211; ist es als Desktopsystem in meinen Augen also nicht geeignet.<br />
Daneben existiert nur eine ernstzunehmende Alternative. OS X. Um es mal<br />
umgangssprachlich auszudrücken: Es ist sexy! Immer mehr Menschen in<br />
meinem Umfeld steigen um auf Apple, die meisten mit denen ich direkt<br />
gesprochen habe zeigen sich überaus zufrieden damit. Ich muss zugeben,<br />
dass ich dabei wohl zu denen gehöre, die zu einem beträchtlichen Teil<br />
auf das Marketing von Apple reinfallen. Immerhin sind die<br />
Hardwarepreise, milde ausgedrück, unverschämt. Allerdings erhält man<br />
dafür auch ein unverwechselbares Stück Computer, welches irgendwie<br />
seinen eigenen Charm hat und in meinem Fall ziemlich gut die<br />
technischen Spezifikationen erfüllt, die zu meinem Nutzerprofil passen.
</p>
<p>Kurze Zusammenfassung: 95% Arbeitszeit, in der ich mir ein<br />
kleines, mobiles, leises und stabiles Notebook wünsche. Das<br />
Betriebssystem spielt dabei an sich keine Rolle, denn Büro- und<br />
Entwicklungsprogramme laufen unter allen namhaften Betriebssystemen.<br />
Sehr interessant sieht hier Apples OS X aus, dessen schickes und<br />
konsistentes Interface es mir sehr angetan hat. 5% der Zeit will ich<br />
aber auch mit Spielen verbringen und wie oben bereits erwähnt kommt man<br />
dabei nicht um Windows herum. Theoretisch könnte ich mir einfach ein<br />
Notebook kaufen, welches technisch so ausgewogen ist, dass man darauf<br />
in gewissen Maßen moderne 3D-Spiele spielen kann, das gleichzeitig aber<br />
alle eben erwähnten Kriterien eines guten Arbeitstieres erfüllt. Ich<br />
könnte mit einem Betriebssystem meiner Wahl arbeiten und zum Spielen<br />
mal eben in Windows umbooten. Eine Windows-XP-Lizenz besitze ich ja eh<br />
schon, also alles kein Problem&#8230;möchte man meinen. Pustekuchen. Zwar<br />
laufen aktuelle Spiele noch problemlos mit XP, schon bald werden aber<br />
mehr und mehr Titel nurnoch mit DirectX 10 funktionieren. Und da<br />
Microsoft nicht blöd ist, gibt es dieses ausschließlich mit dem<br />
XP-Nachfolger Vista. Die Folge: Wenn ich jetzt eine rationale<br />
Kalkulation aufstellen würde, welche Kombination aus Hardware und OS<br />
für mich am günstigsten wäre, dann wäre unweigerlich der Kauf eines<br />
neuen Notebooks mit Vista das Ergebnis, denn das teure Betriebssystem<br />
bräuchte ich in jedem Fall, wenn ich auch weiter alle Spiele spielen<br />
will, egal welches andere Betriebssystem ich lieber verwenden würde.</p>
<p>Leider<br />
kommt Microsoft mit dieser Taktik durch, und keiner tut etwas dagegen.<br />
Wenn ich mir irgendwann nächstes Jahr evt. ein neues Gerät zum arbeiten<br />
kaufe, dann werde ich eine Weile mit meinem XP auskommen. Aber<br />
irgendwann kommt der Tag, an dem ich Vista kaufen muss. Nicht weil XP<br />
die Aufgabe nicht erledigen könnte, sondern weil MS mir diktieren kann,<br />
was ich damit darf und was nicht. Für die kleinste und eigentlich<br />
unwichtigste Aufgabe meines Rechners muss ich Kosten im dreistelligen<br />
Eurobereich tragen. Von diesem Geld finanziert Microsoft dann wohl seine<br />
Juristentruppe die es vor Gericht immer wieder schafft, sich vor<br />
Angriffen auf sein Monopol zu schützen. Super, und was mach ich jetzt?</p>
<p><i>PS: Sorry, eigentlich hätte dieser lange Text auch gut 2 Artikel füllen können&#8230;einen über meine Hardwareunentschlossenheit, einen über Microsofts Unwesen. Jetzt ist es eben einer geworden <img src='http://www.lunikon.net/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </i></p>
<p><i>EDIT: Ein paar Leser haben bemängelt, dass DirectX 10 technisch nicht ohne großen Aufwand auf XP portierbar ist, den Microsoft verständlicherweise nicht auf sich nehmen will. Das ändert nichts daran, dass auf Grund ihrer Monopolstellung Spiele fast aussschließlich für Windows entwickelt werden und sich MS diesen Schritt damit leisten kann.</i></p>
<p><i></i></p>
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var flattr_tle = 'Von Notebooks, Apple und Monopolen';
var flattr_dsc = 'Eine Dozentin hier in Hong Kong meinte letztlich zu uns: In einer freien Marktwirtschaft sollte der Staat Monopole verhindern und natürliche Monopole kontrollieren. Klingt einleuchtend. Und daher wird das in Europa und anderen marktwirtschaftlich orienierten Regionen der Erde auch meistens so gehandhabt, vor allem wenn es um böse Stromkonzerne geht. Bei staatlichen Ölriesen oder Bahngesellschaften nimmt man es aber schon nicht mehr so genau und bei Betriebssystemen scheint man es gänzlich vergessen zu haben. Die Rede ist natürlich von Windows, welches mehr oder weniger ungeschoren einen Marktanteil von 90% auf Desktopsystemen hat. Mal von ideologischen Motiven abgesehen war mir das bisher reichlich egal. Ich bin ehrlich gesagt mit meinem Windows XP sehr zufrieden und wenn mir an einem trüben Nachmittag nichts besseres einfällt, greife ich aus reinem Spieltrieb auch mal zu Linux. Also wieso rege ich mich eigentlich auf?Das Problem ist etwas komplexer: Aufmerksame Leser dieses Blogs werden';
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